Warum brauche ich für eine Mietwohnung oft eine Bonitätsprüfung UND ein amerikanisches Gehalt?
Wer in den USA eine Mietwohnung sucht, stößt schnell auf eine Doppelanforderung, die aus deutscher Sicht ungewohnt ist: Vermieter verlangen fast immer sowohl einen Einkommensnachweis als auch eine Bonitätsprüfung – und zwar beides gleichzeitig, nicht alternativ.
Warum beides gleichzeitig verlangt wird
Der Einkommensnachweis zeigt, ob die Miete grundsätzlich tragbar ist. Als Faustregel verlangen die meisten Vermieter ein monatliches Bruttoeinkommen, das dem Drei- bis Vierfachen der Kaltmiete entspricht. Die Bonitätsprüfung (Credit Check) zeigt dagegen etwas anderes: ob in der Vergangenheit zuverlässig gezahlt wurde. Ein hohes Einkommen allein sagt darüber nichts aus – deshalb prüfen seriöse Vermieter grundsätzlich beides.
Das Problem für Neuankömmlinge
• Kein Einkommensnachweis: Wer gerade erst umgezogen ist oder noch keinen US-Job hat, kann diesen Nachweis oft nicht in der erwarteten Form liefern
• Keine Kredithistorie: Ohne bestehende US-Kredithistorie fällt die Bonitätsprüfung faktisch leer aus
• Beide Lücken gleichzeitig treffen Neuankömmlinge besonders hart, da sie in der Regel keine der beiden Anforderungen vollständig erfüllen können
Übliche Lösungswege
• Höhere Kaution: Viele Vermieter akzeptieren eine zusätzliche Kaution (teils mehrere Monatsmieten) als Ausgleich für die fehlende Historie
• Bürge (Co-Signer): Eine Person mit US-Kredithistorie und ausreichendem Einkommen bürgt für den Mietvertrag mit
• Vorauszahlung mehrerer Monatsmieten als Vertrauensnachweis
• Nachweis internationalen Einkommens oder Vermögens, kombiniert mit einem Anschreiben, das die eigene Situation erklärt – wird nicht überall akzeptiert, aber von manchen Vermietern durchaus positiv aufgenommen
Wer diese Hürde kennt, bevor die Wohnungssuche beginnt, kann gezielt nach Vermietern oder Vermittlern suchen, die Erfahrung mit internationalen Neuankömmlingen haben – das erspart viel Frust bei der Besichtigung.