Warum bekommt man in den USA manchmal überraschend hohe Arztrechnungen?

„Surprise Billing“ ist ein in den USA bekanntes und gefürchtetes Phänomen: Man geht in eine Klinik, die offiziell im eigenen Versicherungsnetzwerk liegt – und bekommt trotzdem eine unerwartet hohe Rechnung.

Wie es dazu kommt

Der Grund liegt oft in der Struktur größerer Kliniken: Zwar mag die Klinik selbst im Versicherungsnetzwerk sein, einzelne dort tätige Behandler – etwa Anästhesisten, Radiologen oder hinzugezogene Fachärzte – sind aber häufig eigenständige, externe Vertragspartner, die nicht automatisch demselben Netzwerkvertrag unterliegen wie die Klinik selbst.

Typische Situationen, in denen das auftritt

• Operationen, bei denen der Anästhesist unabhängig von der Klinik abrechnet

• Notaufnahmebesuche, bei denen der behandelnde Notarzt ein externer Vertragspartner ist

• Laboruntersuchungen oder Bildgebung, die von einem externen Dienstleister ausgewertet werden

Was man dagegen tun kann

• Vor planbaren Eingriffen aktiv nachfragen, ob alle beteiligten Behandler im eigenen Netzwerk sind – nicht nur die Klinik selbst

• Der 2022 in Kraft getretene No Surprises Act schützt inzwischen in vielen Situationen (insbesondere Notfälle) vor bestimmten Formen der Überraschungsrechnung – die genauen Bedingungen sollte man kennen

• Bei einer erhaltenen Überraschungsrechnung lohnt sich in vielen Fällen ein direkter Widerspruch bei der Versicherung, da Fehler bei der Netzwerk-Zuordnung keine Seltenheit sind

Wer diese Falle kennt, kann bei planbaren Behandlungen gezielt nachfragen und so das Risiko einer unerwarteten Rechnung deutlich reduzieren.

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