Was ist ein "Walk-Through" bei Ein- und Auszug einer Mietwohnung?

Ein „Walk-Through“ ist eine gemeinsame Begehung der Wohnung mit dem Vermieter (oder dessen Vertretung) zu Beginn und Ende des Mietverhältnisses, bei der der Zustand der Wohnung dokumentiert wird – vergleichbar mit dem deutschen Übergabeprotokoll, aber oft weniger formalisiert.

Warum er so wichtig ist

Der Walk-Through beim Einzug legt den Ausgangszustand der Wohnung fest – und ist damit die wichtigste Verteidigung gegen ungerechtfertigte Abzüge von der Security Deposit beim Auszug. Ohne saubere Dokumentation steht im Streitfall Aussage gegen Aussage.

Was ein guter Walk-Through umfassen sollte

• Ausführliche Fotos und idealerweise ein kurzes Video jedes Raums, inklusive bereits vorhandener Mängel (Kratzer, Flecken, Abnutzung)

• Ein schriftliches Protokoll, das beide Seiten unterzeichnen – nicht nur eine mündliche Begehung

• Funktionstest wichtiger Systeme (Heizung/Klimaanlage, Wasserhähne, Steckdosen), nicht nur eine rein optische Prüfung

• Zeitstempel der Fotos/Videos, um die Dokumentation im Streitfall eindeutig zuordnen zu können

Praktischer Rat

• Auf einem Walk-Through aktiv bestehen, auch wenn der Vermieter ihn nicht von sich aus anbietet

• Eigene Fotos zusätzlich zu einem eventuellen Vermieter-Protokoll machen, unabhängig von dessen Dokumentation

• Das Einzugs-Protokoll für die gesamte Mietdauer aufbewahren, nicht nur bis zum Auszug

Wer sich die zusätzliche halbe Stunde für einen gründlichen Walk-Through beim Einzug nimmt, erspart sich beim Auszug oft langwierige Diskussionen um die Kaution.

Zurück
Zurück

Warum haben viele Häuser eine Müllentsorgung direkt in der Küchenspüle?

Weiter
Weiter

Wie funktionieren Nebenkosten (Wasser, Müll, Strom) im Vergleich zu Deutschland – alles inklusive oder separat?