Wie unterschätzen Deutsche typischerweise Entfernungen innerhalb der USA?
Eine der häufigsten Fehleinschätzungen deutscher Neuankömmlinge betrifft die tatsächlichen Entfernungen innerhalb der USA – auf der Landkarte wirken einzelne Bundesstaaten kompakt, in der Realität sind viele von ihnen größer als ganz Deutschland.
Ein paar konkrete Größenvergleiche
• Texas allein ist flächenmäßig größer als Deutschland und Frankreich zusammen
• Eine Fahrt von einer Ecke eines großen Bundesstaats wie Texas oder Kalifornien zur anderen kann ohne Weiteres 10 bis 14 Stunden dauern – deutlich mehr, als eine vergleichbare Fahrt „durch ein ganzes Land“ in Europa üblicherweise erfordert
• Nachbarstädte, die auf einer Landkarte nah beieinander liegen, können in der Realität mehrere Autostunden auseinanderliegen
Warum diese Fehleinschätzung so verbreitet ist
Deutsche sind es aus ihrem eigenen, vergleichsweise kompakten Land gewohnt, dass „ein anderer Teil des Landes“ meist nur wenige Stunden Fahrzeit entfernt liegt. Bei der schieren Größe vieler US-Bundesstaaten führt dieses gewohnte Distanzgefühl regelmäßig zu unrealistischer Reiseplanung, etwa bei der Annahme, „mal eben“ übers Wochenende einen anderen Teil des eigenen Bundesstaats zu besuchen.
Praktische Konsequenzen für die Reiseplanung
• Vor jeder größeren Reiseplanung die tatsächliche Fahrzeit gezielt recherchieren, statt sie anhand der gefühlten Kartendistanz zu schätzen
• Bei Fahrten über mehrere hundert Kilometer realistisch einplanen, ob ein Inlandsflug die praktischere Alternative zur langen Autofahrt ist
• Bei der Wohnortwahl berücksichtigen, dass „in der Nähe“ innerhalb desselben Bundesstaats trotzdem eine erhebliche Fahrzeit bedeuten kann, etwa bei Besuchen von Verwandten oder Freunden, die sich ebenfalls im Land niedergelassen haben