Was passiert, wenn ich zu wenig Trinkgeld gebe?

Rechtlich passiert nichts – niemand kann Sie zu einem bestimmten Trinkgeld verpflichten, sofern kein automatischer Aufschlag auf der Rechnung steht. Gesellschaftlich ist die Sache aber eine andere: Ein zu niedriges oder ausbleibendes Trinkgeld wird in den USA deutlich schneller als unhöflich empfunden als in Deutschland.

Warum die Reaktion so viel schärfer ausfällt als in Deutschland

Der Hauptgrund liegt im amerikanischen Lohnsystem: In der Mehrheit der US-Bundesstaaten dürfen Arbeitgeber Servicekräften einen deutlich niedrigeren gesetzlichen Mindestlohn zahlen als anderen Arbeitnehmern, unter der ausdrücklichen Annahme, dass Trinkgeld die Differenz zum regulären Mindestlohn ausgleicht. Der bundesweite Mindestlohn für Trinkgeldempfänger liegt seit über 30 Jahren unverändert bei 2,13 USD pro Stunde. Trinkgeld ist damit für viele Servicekräfte kein Bonus für besonders guten Service, sondern ein struktureller Bestandteil ihres eigentlichen Gehalts.

Was das für Neuankömmlinge bedeutet

• Ein niedriges Trinkgeld wird nicht als „ehrliches Feedback“ verstanden, sondern häufig als Angriff auf das Einkommen der Servicekraft wahrgenommen

• Selbst bei mittelmäßigem, aber nicht wirklich schlechtem Service bleibt man in der Praxis meist bei mindestens 15 %, statt komplett auf Trinkgeld zu verzichten

• Wirklich schlechten Service kann man in der Höhe des Trinkgelds durchaus widerspiegeln – ein völliges Ausbleiben ist aber unüblich und wird eher als Missverständnis der Situation gewertet denn als klares Signal

Als Faustregel für die Übergangszeit gilt: im Zweifel eher etwas großzügiger sein, bis man selbst ein Gefühl für die jeweilige Situation entwickelt hat.

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Muss ich eine amerikanische Bank nutzen, oder reicht mein deutsches Konto?

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Wie hoch ist Trinkgeld in den USA üblicherweise?