Wie hoch ist Trinkgeld in den USA üblicherweise?
Trinkgeld ist in den USA keine freiwillige Geste wie in Deutschland, sondern ein fester, gesellschaftlich erwarteter Bestandteil der Bezahlung – wer das unterschätzt, sorgt für echtes Kopfschütteln.
Richtwerte nach Situation
• Restaurant mit Bedienung: 18–20 % der Rechnung sind heute der Standard, bei besonders gutem Service sind 22–25 % üblich; unter 15 % gilt als Zeichen von Unzufriedenheit
• Lieferdienste (Essenslieferung, Fahrdienste wie Uber/Lyft): meist 15–20 %
• Friseur, Kosmetik, ähnliche Dienstleistungen: üblicherweise 18–20 %
• Bar: meist 1–2 USD pro Getränk statt Prozentangabe
• Self-Service/Theken-Bestellung (z. B. Café, Fast Casual): Trinkgeld ist freiwillig, auch wenn das Kartenterminal oft trotzdem danach fragt
Worauf sich der Prozentsatz bezieht
Trinkgeld wird traditionell auf den Betrag vor Steuern berechnet, in der Praxis rechnen die meisten Amerikaner es aber vereinfacht auf den Gesamtbetrag inklusive Steuer – der Unterschied ist bei den in den USA üblichen Steuersätzen minimal und in der Praxis kein Streitpunkt.
Wichtiger Sonderfall: automatische Aufschläge
Bei größeren Gruppen (häufig ab sechs Personen) schlagen viele Restaurants automatisch 18–20 % Trinkgeld auf die Rechnung auf („Auto-Gratuity“). Das steht dann als eigene Position auf der Rechnung – ein zusätzliches Trinkgeld obendrauf ist in diesem Fall nicht nötig. Ein Blick auf die Rechnung vor dem Bezahlen lohnt sich also immer.