Wie unterscheidet sich das Krankenversicherungssystem grundlegend von der GKV?
Das amerikanische Krankenversicherungssystem funktioniert nach einer grundlegend anderen Logik als die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) – wer das nicht versteht, wird bei den ersten Arztrechnungen unangenehm überrascht.
Der zentrale Unterschied
Die GKV ist eine Pflichtversicherung mit einheitlichem Leistungskatalog für alle Versicherten. In den USA gibt es keine vergleichbare allgemeine Pflichtversicherung – Krankenversicherung ist überwiegend arbeitgeberbasiert (über den Job organisiert) oder wird privat am Markt eingekauft, mit stark unterschiedlichen Tarifen, Leistungsumfängen und Preisen je nach Anbieter.
Was das konkret bedeutet
• Der Leistungsumfang ist nicht gesetzlich einheitlich festgelegt, sondern hängt vom gewählten Tarif ab
• Fast jeder Tarif arbeitet mit Selbstbeteiligungen (Deductibles) und Zuzahlungen pro Leistung (Copays) – ein Prinzip, das die GKV in dieser Form nicht kennt
• Der Versicherungsstatus entscheidet direkt darüber, welche Ärzte zu welchem Preis genutzt werden können
• Wer den Job wechselt, muss sich in der Regel auch um die Krankenversicherung neu kümmern, da sie oft am Arbeitgeber hängt
Was das für Unternehmer und Selbständige bedeutet
Wer sich selbständig macht oder ein eigenes Unternehmen aufbaut, muss die Krankenversicherung eigenständig am freien Markt organisieren, statt sie über einen Arbeitgeber zu beziehen – ein Punkt, der bei der Planung eines Unternehmensaufbaus in den USA von Anfang an mitgedacht werden sollte, da die Kosten hierfür beträchtlich sein können.