Wie unterscheidet sich der Kündigungsschutz in den USA grundlegend vom deutschen System?
Der Unterschied zum deutschen Kündigungsschutz ist einer der größten kulturellen und rechtlichen Schocks für viele deutsche Arbeitnehmer und Unternehmer in den USA – und ein Prinzip, das man verstanden haben sollte, bevor man selbst einstellt oder eine Anstellung annimmt.
Das Prinzip „At-Will Employment“
In den meisten US-Bundesstaaten gilt das Prinzip „At-Will Employment“: Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer können das Arbeitsverhältnis grundsätzlich jederzeit und ohne Angabe von Gründen beenden – ohne die in Deutschland üblichen gesetzlichen Kündigungsfristen, ohne Begründungspflicht und ohne ein dem deutschen Kündigungsschutzgesetz vergleichbares System.
Was das konkret bedeutet
• Eine Kündigung kann in der Praxis von heute auf morgen erfolgen, ohne vorherige Ankündigung
• Es gibt keine automatische Sozialauswahl oder vergleichbaren Schutz wie in Deutschland bei betriebsbedingten Kündigungen
• Wichtige Ausnahmen bestehen dennoch: Kündigungen aus diskriminierenden Gründen (Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung u. a.) bleiben unzulässig und sind bundesrechtlich geschützt
• Manche Bundesstaaten und Städte haben zusätzliche, über das bundesweite Minimum hinausgehende Arbeitnehmerschutzregeln erlassen – die Details unterscheiden sich entsprechend regional
Was das für Unternehmer bedeutet
Für den eigenen Unternehmensaufbau bedeutet dieses System deutlich mehr Flexibilität bei Personalentscheidungen als in Deutschland – gleichzeitig sollte man sich der genannten Ausnahmen (Diskriminierungsschutz) bewusst sein und Kündigungen sauber und nachvollziehbar dokumentieren, um sich rechtlich abzusichern.
Was das für Angestellte bedeutet
Wer selbst als Angestellter in den USA arbeitet, sollte sich dieser grundlegend anderen Sicherheitslage bewusst sein – ein finanzieller Puffer für den Fall eines plötzlichen Arbeitsplatzverlusts ist in diesem System deutlich wichtiger als in der vergleichsweise abgesicherten deutschen Arbeitswelt.