Wie wird über Gehalt im Kollegenkreis gesprochen – anders als in Deutschland?

Offen mit Kollegen über das eigene Gehalt zu sprechen, gilt in den USA – ähnlich wie in Deutschland – gesellschaftlich eher als unüblich bis heikel, allerdings aus teils anderen Gründen als in Deutschland.

Warum das Thema in beiden Ländern zurückhaltend behandelt wird

In Deutschland ist Zurückhaltung beim Thema Gehalt stark kulturell verankert und wird oft als Frage der Höflichkeit und Privatsphäre verstanden. In den USA spielt zusätzlich eine stärker leistungs- und verhandlungsorientierte Unternehmenskultur eine Rolle: Individuelle Gehälter werden häufig sehr unterschiedlich und einzeln verhandelt, offene Vergleiche unter Kollegen können dadurch schnell zu Unzufriedenheit oder Spannungen führen.

Was sich dennoch unterscheidet

• In bestimmten, insbesondere jüngeren oder besonders transparenzorientierten Unternehmenskulturen wird zunehmend offener über Gehaltsspannen gesprochen, teilweise sogar aktiv durch das Unternehmen selbst kommuniziert

• Einige US-Bundesstaaten und Städte haben inzwischen Gesetze erlassen, die Arbeitgeber verpflichten, Gehaltsspannen bereits in Stellenausschreibungen offen anzugeben – eine Transparenzpflicht, die es in dieser Form in Deutschland bislang kaum gibt

• Der direkte, informelle Austausch unter Kollegen über das exakte eigene Gehalt bleibt aber weiterhin eher unüblich, ähnlich wie in Deutschland

Praktischer Rat

Bei Gehaltsverhandlungen in den USA lohnt sich eine eigene, gezielte Recherche zu marktüblichen Gehaltsspannen für die jeweilige Position und Region – über Gehaltsvergleichsportale oder gesetzlich vorgeschriebene Angaben in Stellenausschreibungen, statt sich auf informelle Gespräche mit Kollegen zu verlassen, die in der Praxis selten stattfinden.

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